Montag, 27. Juni 2011

Scheiß Harmoniesucht oder: Everybody’s Darling!

Heute hatte ich ein echtes Erfolgserlebnis. Ich bin nämlich über meinen Schatten gesprungen und habe etwas schon lange Notwendiges getan. Etwas, was mich wirklich so richtig Überwindung gekostet hat: Ich habe mal meinen Mund aufgemacht!

Na was ist da schon bei – mag der eine oder andere nun denken. Und hat damit ja auch prinzipiell Recht. Nur für mich war es ein echter Meilenstein – im Kampf gegen meine Unfähigkeit, anderen Menschen auch mal unbequeme Dinge zu sagen.

Ich bin ein Konfliktvermeider – und zwar einer von der ganz üblen Sorte. Egal, um was es geht, Fräulein S. macht gute Miene zum bösen Spiel. Bloß niemanden verärgern – nicht mal die, die mich verärgern. Lieber ärgere ich mich insgeheim und bekomme Magenschmerzen, als einfach mal ein paar klare Worte zu sprechen, wenn es angebracht wäre. Immer everybody’s darling sein – und dabei ganz vergessen, dass man so schnell everybody’s Depp ist.

Ja so `ne Harmoniesucht ist schon eine von den fiesen Süchten – und nur ganz schwer zu bekämpfen. Hat man sich erst einmal angewöhnt, zu allem Ja und Amen zu sagen, ist es schwer, das Wörtchen „Nein“ wieder in seinen Wortschatz zu bekommen. Schließlich könnte ja eventuell ganz vielleicht irgendjemand furchtbar enttäuscht sein, wenn ich ihm etwas abschlage – und das womöglich nur, weil ich selbst etwas Wichtiges vorhabe. Oder jemand könnte sauer auf mich sein, weil ich mir nicht gefallen lasse, dass er mich ungerecht behandelt. Oder ganz schlimm: Der eine oder andere könnte mich plötzlich doof finden, wenn ich auch mal deutlich sauer reagiere, wenn er sich daneben benimmt. Schließlich möchte ich ja nicht, dass mich irgendwer doof findet.

Allerdings gibt es im Gegenzug dazu recht viele Menschen, dich ich ziemlich doof finde. Wobei ich ihnen aus bereits genannten Gründen nicht zeige, wie doof ich sie finde. Schließlich möchte der durchschnittliche Harmoniesüchtige auch von denen gemocht werden, die er selbst völlig doof findet. Ziemlich krank – sehe ich selbst so. Und so unerklärlich. Warum lege ich Wert auf die Meinung von Leuten, die mit eigentlich am Arsch vorbei gehen könnten?! Ach ja, everybody’s darling …

Aber ich bin vom Thema abgeschweift. Eigentlich ging es um mein Erfolgserlebnis. Die letzten Wochen haben mich insgesamt nämlich so genervt, dass ich viel nachgedacht habe über meine Konfliktvermeidungsstrategie. Genauer gesagt waren es natürlich nicht die Wochen, die mich genervt haben, sondern einige Menschen, die mich mit ihrem Verhalten ganz arg geärgert haben. Und mir ist klar geworden, dass ich mich immer und immer und immer wieder ärgern werde, wenn ich nicht langsam anfange, klar und deutlich „NEIN“ zu sagen. Nein zu unverschämtem oder ungerechten Verhalten, nein zu dreist eingeforderten Gefallen, nein zu Arschgeigen, die mir einfach auf die Nerven gehen.

Auf jeden Fall habe ich es heute nun wirklich geschafft, jemandem ganz direkt mal ein paar warme Worte zu seinem extrem ungerechten Verhalten mir gegenüber zu sagen. Und dieser jemand war nicht einmal einer von denen, die mir prinzipiell am Arsch vorbei gehen – es war sogar jemand, den ich normalerweise wirklich mag. Völlig ruhig habe ich ihm meine Meinung gesagt – selbst als er immer lauter wurde. Klar, ist ja auch ungewohnt, mal kritische Töne von Fräulein S. zu hören!

Und hinterher? Ging es mir zum ersten Mal seit Wochen so richtig gut! Weil ich endlich mal den Arsch in der Hose hatte, meine eigenen Interessen zu vertreten. Und mir ist jetzt auch vollkommen egal, ob er mich doof findet. Wenn es so ist, dann ist es so. Dafür bin ich aber nicht mehr der jasagende Depp! Hach, was bin ich stolz auf mich. Darauf gibt’s jetzt `nen Sekt. Und das gute Gefühl, über den eigenen Schatten gesprungen zu sein, werde ich noch ein bisschen genießen. Ach ja, und als Anreiz nehmen, ab heute öfter mal Klartext zu reden. Scheiß auf Harmonie – die wird doch überbewertet!

Sonntag, 26. Juni 2011

Fräulein S. bloggt

Mittlerweile gibt es wohl Millionen von Blogs – da hat meines doch gerade noch gefehlt. Schließlich habe ich schon immer ein großes Mitteilungsbedürfnis gehabt. Worüber ich blogge? Über das, was ich am besten kenne: Mein Leben und mich. Oh nein, wen interessiert das – mag der eine oder andere, der sich in dieses Blog verirrt, nun denken. Eigentlich hat er damit Recht. Andererseits interessiert mich auch bei Weitem nicht alles, was andere Blogger von sich geben. Also gleiches Recht für alle – und wer sich hier ganz arg langweilt, der kann ja flink weiterklicken! Frei nach dem Motto: Hier gibt es nix zu sehen, bitte gehen Sie weiter.

Der Start in meine „Bloggerkarriere“ war übrigens gar nicht so einfach. Die Schwierigkeiten fingen schon bei der Wahl des passenden Namens an – schließlich wollte ich anonym bleiben. Denn genau das macht für mich den Reiz des Bloggens aus: Ganz ungehemmt und frei von der Leber weg über alles schreiben zu können, was aufregt, beschäftigt, glücklich oder traurig macht – ohne sich rechtfertigen, erklären oder entschuldigen zu müssen. Toll – klingt fast wie `ne Art Schreibtherapie.

Auf jeden Fall habe ich wirklich lange überlegt und „Fräulein S.“ hat letztendlich das Rennen gemacht. „Fräulein“ war nämlich bis in die 1970er Jahre hinein die förmliche Anrede für unverheiratete Frauen gleich welchen Alters – verrät mir Wikipedia. Als Kind der Siebziger finde ich es somit äußerst passend!

Von den Schwierigkeiten, das Design des Blogs anzupassen, will ich gar nicht erst anfangen. Immerhin habe ich erste kleine Änderungen tatsächlich nach intensivem Fluchen hinbekommen. Ich gebe zu, dass ich ein klitzekleines bisschen stolz auf mich bin.
Und nun habe ich den ersten Blogeintrag geschrieben. Das muss für heute wirklich reichen an Arbeit – schließlich ist Sonntag!

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